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und von Sondergebieten der Deutschland-Philatelie

Letzte Aktualisierung  15.08.2014

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Wir über uns

Rezension Band 180

 

 

Postgeschichte des Konzentrationslagers Lublin - Majdanek - Über das Lager, Briefe und Menschen

Historia Poczty Obozu Koncentracyjnego na Majdanku - O obozie, ludziach i listach

 

Janusz Mozdzan

 

Im Mai 2010 jährte sich das Ende des von  Nazi-Deutschland angezettelten II. Weltkriegs. Der Krieg brachte den Völkern unter der deutschen Herrschaft unermessliche Gräuel, Leid und Unglück. Der Terror war überall und insbesondere in Konzentrationslagern und Ghettos.

 

Und da erscheint, 65 Jahre danach ein Buch über die Postgeschichte des Konzentrationslagers Lublin Majdanek. Das Konzentrationslager im Osten vom besetzten Polen, "Generalgouvernement", war eines der grausamsten Lager: Kriegsgefangenenlager für sowjetische Gefangenen, Konzentrationslager für Regime Gegner, Umsiedlungslager für die vertriebene polnische Landbevölkerung und Vernichtungslager für Juden zugleich. Das Buch erzählt die Postgeschichte des Lagers. Bei einem oder anderen zeitgeschichtlich interessierten Leser mag eine Frage aufkommen: Briefe aus Konzentrationslagern? War das wichtig im Alltag der Häftlinge, im ständigen Kampf ums Überleben und der Angst vor der nächsten Stunde?

 

Ja, es war wichtig - wichtig für Häftlinge, Briefe waren der einzige Kontakt mit Ihren Familien. Es war wichtig für die Familien - Briefe waren das einzige Zeichen, dass ihre Angehörigen am Leben sind.  

 

Der Autor, Janusz Mozdzan, kein unbekannter auf dem Gebiet der postgeschichtlichen Forschung der Konzentrationslager, hat dem Buch einen Untertitel gegeben: "Über das Lager, Briefe und Menschen" - in dem Untertitel. Er erzählt - mittels der Briefe der Häftlinge - die Postgeschichte aber auch schlicht die Geschichte des Konzentrationslagers bei Lublin. Immer wieder tauchen seine Leitfiguren auf: der Pole Adam Panasiewicz, vor dem Krieg Mitarbeiter der Polnischen Post in Warschau  und im Lager Mitglied  des "Kommandos Poststelle", der Post im Lager, der polnische Prinz Mikolaj Krzysztof Radziwill, den die SS in Konzentrationslager brachte, weil er die polnischen Professoren der Jagiellonski Universität in Krakau in sein Landsitz einlud. Der Hintergrund: Die SS verhaftete im November 1939 Professoren und wissenschaftliche Mitarbeiter der Krakauer Universität und der Akademie für Bergbau und Hüttenwesen und brachte sie ins Konzentrationslager Sachsenhausen. Erst nach massiven Protesten aus der ganzen Welt wurden sie aus der Haft entlassen. Es tritt im Buch der junge Norweger Erling Bauck auf: Sein Verbrechen war, dass er der SS den Aufenthaltsort seines Vaters, Trygve Bauck, Kapitän der norwegischen Armee, nicht verraten wollte - Trygve Bauck ist die Flucht nach Schweden gelungen. Es tritt ein deutscher Häftling auf: Ein Arzt aus Würzburg, Otto Hett. Hett, praktizierender Katholik, hat sich nach Rom gewandt und beklagte, dass er aus politischen Gründen, nicht gerade Gegner, aber keineswegs Sympathisant der Nationalsozialisten, Schwierigkeiten hat, seinen Beruf auszuüben. Da er Arzt war, wurde er aus dem Konzentrationslager Dachau nach Majdanek gebracht, er wurde für den Aufbau des Lagers gebraucht. Adam Panasiewicz ist die Flucht vom Evakuationsmarsch aus Majdanek gelungen. Prinz Radziwill wurde nach Groß-Rosen und Mauthausen gebracht, dort wurde er von den Amerikanern befreit. Erling Bauck kam nach Auschwitz und weiter nach Mauthausen, dort hat ihn das Schwedische Rote Kreuz freibekommen. Otto Hett wurde auf dem Evakuationsmarsch aus Lublin von der SS erschossen - Hett wurde gerade 31 Jahre jung.

 

Dieser Zugang zu der Postgeschichte des Lagers, sonst Domäne von einer Szene von Philatelisten, die sich mit der Postgeschichte befassen, schafft, das das Buch für einen zeitgeschichtlich interessierten Leser lesenswert ist. Das ist das Neue an dem Buch.

 

Neu ist der Anspruch der Poststempelgilde und des Autors, Leser sowohl in Deutschland als auch in Polen zu erreichen. Das Buch erschien bilingual, in Deutsch und Polnisch. Eine Zusammenfassung in Englisch vermittelt das Wichtigste für englischsprachige Leser.

 

Inhaltlich zeichnet sich das Buch durch eine solide Recherche: Der Autor forschte im Staatlichen Museum Majdanek in Lublin und trug wichtige Dokumente aus deutschen und polnischen Archiven zusammen.

 

Das Konzentrationslager Majdanek war zwar die schlimmste, aber nicht die einzige Terrorstätte in Lublin. Separate Kapitel widmet der Autor der Postgeschichte des Lubliner Ghettos und dem Nazi-Gefängnis im Lubliner Schloß.

Der Autor zeigt uns Philatelisten, dass hinter den von uns so gesuchten postalischen Belegen und Marken manchmal mehr steckt als nur eine Katalognummer oder ein seltenes Stück, welches die Lücke in der Sammlung füllen soll. Seine Botschaft ist: Briefe sind Zeichen der Zeit, hinter jedem dieser Briefe steckt ein - oft tragisches - menschliches Schicksal.

 

Auf Anhieb wurde das Buch auf der S’ 2010 Briefmarkenausstellung im Rang 3 auf der Internationalen Briefmarkenbörse in Sindelfingen 2010 mit Gold ausgezeichnet und erhielt auf der Rhein-Ruhr-Posta 2011 in Münster auf Rang 2 Gold und Ehrenpreis als bestes Literaturexponat.

 

Erschienen als Band 180 in der Neuen Schriftenreihe der Poststempelgilde e.V., Format B 5, Hardcover, 208 Seiten, über 100 Abbildungen in s/w und Farbe, Text in Deutsch und Polnisch sowie mit einer umfangreichen englischen Zusammenfassung, Anhänge mit Dokumenten, Querverweisen und einem umfassenden Literaturverzeichnis.

 

Das Druckerzeugnis wurde durch die Kompensation von CO2 durch anerkannte Klimaschutzprojekte klimaneutral gestellt. Zertifiziert durch   

 

Preis: 30,00 €, für Mitglieder der Poststempelgilde und des Bücherrings 24,00 €, alle Preise zuzüglich Versandkosten.

 

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