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Poststempelgilde e.V.
Vereinigung der Sammler, Forscher und Prüfer von Abstempelungen
und von Sondergebieten der Deutschland-Philatelie

Letzte Aktualisierung  15.08.2014

Besucher ab 01.01.2008

 

Wir über uns

Aktuelles Thema - Rohrpost

 

Rohrpost - Ein Fall für die Poststempelgilde?

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zunächst einmal haben wir eine "normale" Postkarte vor uns, die von Dresden an eine Opernsängerin Leona Ney gelaufen ist, die in Berlin im Hotel Viktoria residierte. Der Aufgabestempel von Dresden vom 06.02.1902 stellt keine Besonderheit dar. Der Bestellt-Stempel vom Berliner Postamt 64 vom 08.02.1902 weist an Stelle der Uhrzeit unten die römische Ziffer IX als Bestellgang-Nummer auf. Die Frankatur besteht aus einer MiNr. 55 zu 5 Pf., dem regulären Porto für eine Postkarte. Der handschriftliche Franco-Vermerk unten links war vom Absender aus alter Gewohnheit  auf die Karte geschrieben worden, obwohl er schon lange nicht mehr erforderlich war.

 

Kommen wir zum spannenderen Rohrpostteil der Angelegenheit:

 

Da die Adressangabe Berlin kein Postamt enthielt, landete sie anscheinend zunächst im Postamt NW 7. Das war wohl nicht das richtige Zustellpostamt. Um den zeitlichen Verzug in der Zustellung aufzuholen, kam nun die Rohrpost ins Spiel, wie der violette Zusatzstempel "Zur Rohrpost!" vermuten lässt. Die handschriftliche Ergänzung NW 7 wurde mit Rotstift durchgestrichen und das große "C" als Leitvermerk dazu geschrieben. Neues Zielpostamt war das H.T.A. (Haupt-Telegrafenamt). Am H.T.A. erhielt die Karte einen blauen Ausgefertigt-Stempel vom 8. Feb. 7.43 Uhr und vermutlich auch mit Blaustift die handschriftliche Ergänzung "W" für das nun aktuelle Zielpostamt. Der für die Rohrpost typische Botenstempel "63" zeugt von der erfolgreichen Zustellung.

 

Auf dieser Karte sind nicht weniger als fünf Stempel und vier handschriftliche Vermerke mit postalischer Bedeutung. Also doch ein Fall für die Poststempelgilde!

 

Es wird derzeit ernsthaft daran gearbeitet, eine Studiengruppe Rohrpost ins Leben zu rufen.  Neben den verschiedenen Ländern, in denen Rohrpost zum Einsatz kam, gibt es noch eine Menge anderer Aspekte die von Interesse sind. Während die Ganzsachen und Portostufen einiger Zeitperioden schon recht gut erforscht sind, gibt es bei den Stempeln, insbesondere bei den Nebenstempeln noch eine Menge ungeklärter Fälle. Auch die technischen Aspekte, die Einsatzorte und deren Besonderheiten in Deutschland, Europa und in aller Welt wären einer näheren Betrachtung zu unterziehen.

 

Solange jeder nur auf seiner "Insel" Wissen anhäuft, geht vieles für andere verloren oder Forschungsarbeit wird doppelt und dreifach gemacht. Hier kann eine Studiengruppe als Plattform für Wissens- und Erfahrungsaustausch dienen und durch Synergieeffekte das Sammelgebiet weiter voran bringen.

 

Bei Interesse bitte unter info@poststempelgilde.de unverbindlich Kontakt mit unserem Gildeleiter Jürgen Zalaszewski oder mit Gildefreund Jürgen Witkowski aufnehmen.